Ritchie Blackmores Rainbow

Eine kleine Zeitreise...

Dieses Jahr jährt sie die Veröffentlichung des ersten Rainbow Albums zum 40sten male, das möchte ich hier an dieser Stelle mit einem Rainbow-Special würdigen.

 

Hier könnt ihr die Historie in groben Zügen nachlesen! Joe Lynn Turner hat ja 2014 in ein paar Interviews Andeutungen gemacht, das es vielleicht eine Rainbow-Reunion geben wird, man darf gespannt sein.

 

Jetzt aber erst einmal viel Spaß beim lesen...

1974 war Ritchie mit der Entwicklung seiner damaligen Band: Deep Purple mehr als unzufrieden, auch wegen dem Einstieg von Glenn Hughes und David Coverdale! Ritchie wollte den Song: Black Speep of the Family von Quatermass covern, da dies abgelehnt wurde begann er sein Soloprojekt und nahm diesen Song mit der Band Elf auf, die schon öfter im Vorprogramm von Deep Purple zu sehen waren! Sänger dieser Band: Ronnie James Dio.

 

1975 entluden sich dann die Spannungen zwischen Deep Purple und Ritschie so das Blackmore die Band verließ und: Ritchie Blackmore`s Rainbow gründete. Unter dem Titel: Ritchie Blackmore`s Rainbow wurde im August 1975 das erste Rainbow Album veröffentlicht.

 

Die Plattenfirma bestand auf den Zusatz: Ritchie Blackmores..., damit jeder sofort wusste, aha, das ist die neue Band von ihm.

 

Esoteriker Blackmore hatte laut eigenen Angaben eine Vision, wie er auf den Namen Rainbow kam: "Ich sah einen Regenbogen über der Bühne und wir spielten darunter, dann spielten wir in Kaliforniern und hatten dort so einen und das musste ich auch haben!"

Live 1977 in Oslo (Norwegen)
Live 1977 in Oslo (Norwegen)

Schließlich entstand aus dem einstigen Soloprojekt die Band: Rainbow, wobei der Egozentriker Blackmore, dankbar wie er nun mal ist, bis auf Dio sämtliche Bandmitglieder rausekelte! Diese Unart behielt er auch während des gesamten Bestehens der Band Rainbow bei, so das kaum eine Besetzung länger als für ein Album und eine Tour zusammen blieb.

 

Im Februar/März 1976 entstand dann das zweite mit: "Rising" betitelte Album, das, wie zuvor schon das erste, im Münchner Musicland - Studio eingespielt wurde. An den Aufnahmen nahmen auch die Münchner Philharmoniker teil. Das Line-Up für dieses Album bestand neben Blackmore/Dio aus: Cozy Powell (Drums), Jimmy Bain (Bass) sowie Tony Carey (Keyboards). Von vielen Fans wird dieses Line-Up auch heute noch als das klassische Rainbow Line-up bezeichnet!

 

Die Songs setzten völlig neue Maßstäbe im Genre Hardrock, alleine schon durch Dios unglaubliche Gesangsleistung, den Soloeinlagen der Gitarren und Keybords und nicht weniger durch das Einsetzen eines Orchesters. So etstanden Perlen wie: Stargazer, Tarot Woman, A light in the Black! Mit Stargazer hat Blackmore versucht einen Gegenpart zu schaffen zu dem absoluten Übersong von Led Zeppelin: "Kashmir"

Rainbow 1976
Rainbow 1976

Mit ihrem Album im Gepäck gingen Rainbow dann 1976/77 auf ihre erste Tournee, im Vorprogramm eine damels zumindest in Deutschland noch ziemlich unbekannte Band namens: AC/DC!!!!!

Die Konzerte in Deutschland wurden mit geschnitten, für eine Live-LP. Da die Songs für das LP Format einfach zu lang waren wurde das Projekt fürs Erste wieder verworfen. Deshalb spielten Rainbow bei Gigs in Japan einige Songs etwas kürzer um diese Aufnahmen dann zu verwenden.

Die Aufnahmen aus Deutschland wurden erst 1990, unter dem Titel: Live in Germany auf CD veröffentlicht.

1977 rotierte das Besetzungskarussell wieder und jetzt mit Bob Daisley am Bass und David Stone an den Keyoards wurde der 3. Longplayer: " Long live Rock`n Roll" eingespielt. Da die Band jetzt langsam bekannter wurde und um Airplay zu kriegen hatte die Mehrzahl der Stücke auf dem Album jetzt Radiotaugliche Single-Längen! Somit konnte die Band auch durch ihre Popularität erstmals Singles in höheren Chartpostionen platzieren! Lediglich, das orientalisch angehauchte (Blackmores weiterer Versuch einen Klassiker wie Kashmir zu schaffen) "Gates of Babylon" und die Ballade "Rainbow Eyes" waren überlange Stücke, die jeweils die Vinyl-Seiten abschlossen.

Letztendlich kam es auch in dieser Besetzung wieder zu Band internen Spannungen, weil Blackmore Rainbow als sein Projekt betrachtete.  Dio kam nicht mit Blackmores Temperament und Egozentrik klar (Wer sich mal ein bisschen mit dem Menschen Dio befasst, der wird es verstehen). Und somit verließ er die Band 1978 um  kurze Zeit später bei Black Sabbath einzusteigen um mit denen das Jahrhundertwerk: "Heaven and Hell" zu erschaffen! Ronnie James Dio, der mit seiner Stimme solche unstrerblichen Klassiker wie: "Stargazer", "Kill the King" und "Man on the Silver Mountain veredelt hat war raus aus der Band! 

 

Man kann geteilter Meinung sein, weil es reine Geschmackssache ist, aber ich halte Ronnie James Dio auch heute noch für einen der Besten Metal und Hard-Rock Shouter aller Zeiten.

 

Der Song "Kashmir" von Led Zeppelin war Blackmore immer ein Dorn im Auge und er hat mehrere Versuche unternommen einen solchen Klassiker zu komponieren! Auch wenn es vielleicht nie gelang seiner Meinung nach, hat er aber trotzdem z.B. mit "Stargazer" eine zeitlosen Klassiker von unglaublicher Schönheit geschaffen! Also nicht Ärgern Ritchie... ;-)

1979 kam dann als Ersatz für Dio als Sänger: Graham Bonnet zu Rainbow. Bonnet war ein entfernter Cousin der Bee Gees! Gottseidank sang er nicht so!!! Vorher war er mit dem Duo: Marbles aktiv und hatte dort mit: Only one Woman sogar einen Hit am Start.

 

Mit ihm zusammen kam Roger Glover in die Band, der ja bereits bei Deep Purple mit Blackmore zusammen gearbeitet hat. Dieser fungierte dann auch als Produzent. Um das ganze dann zu vervollständigen stieß dann noch Don Airey an den Keyboards dazu!

 

Don Airey, der später noch in Bands spielte wie: Michael Schenker Group, Gary Moore, Ozzy Osbourne und Deep Purple.

Rainbow 1979
Rainbow 1979

In dieser Besetzung wurde 1979 das Album Down to Earth veröffentlicht, das - anders als seine Vorgänger – mit "Since You’ve Been Gone" (geschrieben von Russ Ballard) und "All Night Long" auch zwei Hit-Singles enthielt. Daneben gab es im abermals orientalisch beeinflussten Eyes of the World und dem harten Lost in Hollywood die gewohnten langen Solodialoge zwischen Gitarre und Keyboards. Alles in allem war, auch durch Bonnetts Gesang, die Platte durchaus noch gewohnt hart, andererseits wirkte die Produktion insgesamt glatter als die Vorgängeralben, woran auch der Bass von Roger Glover seinen Anteil hatte. 

 

Trotz allem waren auf diesem Album bereits erste Annäherungen an den Mainstream erkennbar.

Um sich dem amerikanischen Markt anzubiedern, wurde während der Aufnahmen zum kommenden Album Bonnet gegen den Amerikaner: Joe Lynn Turner ausgetauscht.

 

Man mag von Turner halten was man will, aber er brachte eine gute unverwechselbare Stimme mit hohem Wiedererkennungswert mit und wurde in den Achtzigern so zu einer Konstante bei Rainbow, wie zu Beginn mit Dio. Er war an 3 Alben beteiligt, die bei wechselnder Besetzung eingespielt wurden. Difficult to Cure (1981), Straight between the Eyes (1982) und Bet out of Shape (1983).

 

Die Musik dieser Alben bewegte sich immer mehr in Richtung Radiotauglichem Mainstream. Aus dieser Zeit stammt mit "I Surrender" von: Difficult to Cure auch der Erfolgreichste Song der Band (Ich halte "Spotlight Kid" auch heute noch für den stärkeren Song) mit Platz 3 in den UK Charts.

 

Zu der: Straight between the Eyes Tour 1982 gibt es ein Video, Live in San Antonio, was ich mir auch Heute noch gerne immer wieder mal anschaue. Ist Super gemacht, Rainbow in Super Form! Hier mit Spotlight Kid der Auftakt dieses Videos:

Dieses Video bzw. DVD sollte eigentlich jeder ernsthafte Rainbow und Hard Rock Fan im Schrank stehen haben.

 

Eine Besonderheit dieser Phase ist noch der Song "Difficult to Cure". Der ist eigentlich nichts anderes ist, als der Schlußsatz aus Beethovens 9. Sinfonie: Die Ode an die Freude! Instrumental Bandfreundlcih überarbeitet!

 

Obwohl in Amerika jetzt höhere Chartpositionen erziehlt wurden, blieb der ganz große Erfolg aus. Mit der Gesamtsituation mal wieder völlig unzufrieden versuchte Blackmore: Ian Gillan (Gesang) und Ian Paice (Drums) zum Einstieg zu bewegen, jedoch erfolglos. Nach dem letzten Konzert der: Bent ot of Shape"  - Tour 1984 in Tokio löste Ritchie die Band dann vorerst auf und reformierte mit Roger Glover die erfolgreiche MK II-Bestzung von Deep Purple.

 

Nachdem die erneuten Spannungen in der Band Blackmore 1993 zwangen, Deep Purple zu verlassen, stellte er 1994 eine komplett neue Band mit dem alten Namen Rainbow zusammen. 1995 wurde das von Doogie White eingesungene Album Stranger in Us All veröffentlicht, dem eine Welttournee folgte. Nach dem letzten Rainbow-Konzert, das 1997 in Esbjerg (Dänemark) stattfand, gründete Blackmore zusammen mit seiner Lebensgefährtin und späteren Frau Candice Night, die auf dem letzten Rainbow-Album im Background gesungen hatte, das Projekt Blackmore’s Night, welches sich auf Musik der Renaissance konzentriert.

Schlussatz

Ich stecke in dem Thema nicht so drinne, habe hier eigentlich nur das wieder gegeben, was bei meinen Recherchen im Internet heraus gekommen ist. Aber meiner Meinung nach, war Blackmore zu sehr sich selbt im Weg um den wirklich ganz großen Erfolg zu haben. Wäre vielleicht interessant die Geschichte aus seiner Sicht zu beleuchten.

 

Ich hoffe Euch hat die Seite gefallen und hat für kurzweil gesorgt, man darf jetzt gespannt sein ob es in diesem Jahr vielleicht doch noch eine Rainbow-Reunion gibt zum 40 jährigen Jubiläum, wie Turner in Interviews geheimnisvoll andeutete.

 

Es steht aber noch nirgends etwas zu lesen, was Blackmore von diesem Thema hält...

Über ein kurzes Feedback über diese Seite im Gästebuch würde ich mich richtig freuen.


Jürgen

Diskographie

Wenn ihr auf die Cover klickt gelangt ihr zu der jeweiligen Wikipedia-Seite mit mehr Infos zu den Alben. Leider ist der größte Teil im Deutschsprachigen Wiki nicht vorhanden, somit also in Englsisch!

Studio-Alben

1975 - Cover Design by: David Willardson
1975 - Cover Design by: David Willardson
1976 - Cover Design by: Ken Kelly
1976 - Cover Design by: Ken Kelly
1978 - Cover Design by: Unbekannt
1978 - Cover Design by: Unbekannt
1979 - Cover Design by: Ron Walotsky
1979 - Cover Design by: Ron Walotsky
1981 - Cover Design by: Hypgnosis
1981 - Cover Design by: Hypgnosis
1982 - Cover Design by: Jeff Cummins
1982 - Cover Design by: Jeff Cummins
1983 - Cover Design by: Storm Thorgerson
1983 - Cover Design by: Storm Thorgerson
1995 - Cover Design by:
1995 - Cover Design by:

Live


Quellennachweis: Für den Text und dem 1977er Bild liegen die Einträge über Rainbow bei Wikipedia zu Grunde. Ebenso stammen die Coverabbilungen von dort. Der Text wurde von mir stark verändert und mit eigenen Erinnerungen ergänzt. Weitere Text-Inspirationen habe ich mir bei: laut.de geholt.

Das untere Bild von Live 1976: covershut.de. Das obere Titelbild: nolifetillmetal.com. Das 1979er Bild: popmatters.com, Das 1976er Bandfoto: rokologia.com

Die Videos stammen von: Youtube, ich habe mich dorthin verlinkt.